Die Geschichte von Wohlde

Auszug aus der Schulabschlussarbeit „ Wohlde, mein Heimatdorf“ in Bad Segeberg 1953 von Christa Heise- Batt

Zum ersten Mal hören wir um 1304 von Wohlde. Hier heißt es im Buch des Bischofs von Gottorp von 1463, das Dorf „de Wohld“ gehöre zum Kirchspiel Beveringhusen und man war Untertan des Herzogs zu Gottorp Die Wohlder wohnten vor 1300 in der Marsch nahe der Treene. Ihre Siedlung wurde „Treenestade -Marsch“ genannt. Die Dorfbewohner waren reich und stolz, doch sie hatten unter Winden und Überflutungen zu leiden. Treenestade war die einzige Siedlung in der Gegend, die schon Windmühlen hatte. Die Menschen waren frei , sie waren keinem Herzog hörig. Doch als die Überflutungen überhand nahmen, flüchteten die Bauern auf die hochgelegene Geest die ganz mit Wald und Sumpf bedeckt war. Man begann den Wald zu roden und schaffte neue Wohnsitze auf der Geest. Weil die Dörfler zuerst im Waldgebiet wohnten, wurden sie von den Stapelholmern „de vun de Wohld“ genannt. Diese Bezeichnung wurde bis in die heutige Zeit beibehalten. Dort ,wo vor Jahrhunderten Treenestade lag, deuten noch heute Sanddünen und Erhebungen auf die untergegangene Siedlung hin. Es wird auch „das Stapelholmer Runghold“ genannt. Treenestade lag in der Nähe von „Schierhoe“, was man auf Flurkarten gut sehen kann. Dort fand man auch Tonscherben, Speerspitzen und Handmühlen, die dem Kieler Landesmuseum zugestellt wurden. Heute noch führen Wohlder Bauern Namen, die schon um 1500 bestanden haben. Daraus kann man schließen, dass sie sich nur untereinander ehelichten und keine „Eindringlinge“, wie sie es nannten, duldeten. So ist einer der ältesten Namen Muhl. Der Name Kruse wird zu der Zeit auch schon genannt. Beide Namen gibt es heute noch im Dorf. So wie jede Landschaft ihr eigenes Gepräge hat, hatte Wohlde seine eigenen Sitten und Gebräuche und seine eigene Tracht. Die Wohlder liebten reiche schwere Kleider aus Samt mit seidenen Schürzen und reich mit Perlen versehenen Kappen. Alle Stoffe wurden im Dorfe selbst auf großen Webstühlen gewebt und am Stickrahmen ausgestickt. Noch heute, bei Heimatfesten, wird die plattdeutsche Sprache geehrt und zu den Umzügen werden die alten Trachten – wenn noch vorhanden – hervorgeholt.

Für meine Arbeit „ Wohlde, mein Heimatdorf“ nahm ich folgendes zur Hilfe: Bücher „Stapelholm“ von Lehrer Willers Jessen, „Kirchspiel Bergenhusen“ von Pastor Hermann Hand. Informationen und Gemeindebücher von Lehrer Otto Lütke und Bürgermeister Ick

Christa Heise- Batt aus Norderstedt

  • Februar 2017

    Ausgabe
    Februar 2017
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