Ehrgeiziges Projekt: Sieben Ämter wollen Mobilität auf dem Land verbessern

(Amt Kropp-Stapelholm, 31.01.2017) Die Ämter Viöl, Kropp-Stapelholm, Arensharde, Eggebek, Oeversee, Hohner Harde und Eider wollen die Mobilität auf dem Land verbessern. Das ehrgeizige Projekt soll gemeinsam mit den Bürgern gestartet werden.

In vielen Gemeinden beschränkt sich der öffentliche Nahverkehr auf den Schulbus morgens und abends – das war es dann auch schon. Für Bürger ohne eigenes Auto wird es zunehmend schwieriger zum Supermarkt, zum Arzt oder anderen Einrichtungen des täglichen Lebens zu gelangen. Um die Region lebenswert zu erhalten, wollen die Ämter Kropp-Stapelholm, Arensharde, Viöl, Eggebek, Oeversee, Hohner Harde und Eider die Mobilität auf dem Land zukunftsfähig machen und die Bürger mit einbeziehen.

„Vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels werden die Herausforderungen wachsen“, ist sich Regionalentwickler Hauke Klünder von der Eider-Treene-Sorge GmbH sicher. „Wenn die Bürger zuverlässig von a nach b und zurück kommen, können wir die Region ein ganzes Stück attraktiver gestalten“, so Klünder. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich die sieben Ämter in der dünn besiedelten Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge zusammen getan. Gemeinsam mit externen Beratern wollen sie ein tragfähiges Konzept entwickeln, das Umweltschutz und Daseinsvorsorge beispielhaft zusammenbringt. Darin enthalten sind unter anderem eine CO2-Bilanz für die Region und konkrete Projekte, die diese – mit einem sozialen Mehrwert – verbessern sollen.

Dass der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) den Bedarf der Landbevölkerung in Zukunft allein abdecken wird, daran glaubt bei den Amtsverwaltungen niemand. Deshalb gehe es nicht darum, so Stefan Ploog, Bürgermeister von Kropp und Vorsitzender der Aktiv-Region Eider-Treene-Sorge, mehr Linienbusse in die Region zu bekommen. Vielmehr bestehe die zentrale Aufgabe darin, so Ploog, die großen Bahn- und Busachsen sinnvoll und umweltschonend mit dem ländlichen Raum zu verknüpfen. Hierfür sollen vor allem die Möglichkeiten für bürgerschaftliche Mobilitätsformen wie Dorfautos, Bürgerbusse und sicheres Mitfahren auf Kurzstrecken ausgelotet werden.

Henrik Sander vom Hamburger Planungsbüro orange edge sieht den Auftrag als große Chance zu zeigen, was der ländliche Raum trotz der bekannten Herausforderungen zu bieten hat. „Wir müssen nicht erst mobil machen, wir sind schon unterwegs“, sagte Sander beim Auftakt für die Konzepterstellung. Die Amtsverwaltungen gehen voran: Für Ämter und Eider-Treene-Sorge GmbH werden in den kommenden Wochen zehn Elektrofahrzeuge als Dienstwagen angeschafft.

Um Potenzial und Bedarfe zu ermitteln, werden die Mobilitätsplaner zunächst in Kontakt mit den Amtsverwaltungen und Bürgern treten. Noch im Frühjahr erhalten die Menschen in der Region die Möglichkeit, sich zu ihrem Mobilitätsverhalten, Wünschen und ihrem Interesse an neuen Fortbewegungsmitteln zu äußern. „Wir wollen nicht am Bedarf vorbeiplanen“, erklärt Stefan Ploog die Schwerpunktsetzung. Man wolle langfristige Lösungen finden, die auf die Region zugeschnitten sind und das Ehrenamt nicht überfordern.

Zu diesem Zweck werden Experten aus dem In- und Ausland herangezogen, um in mehreren Workshops gemeinsam mit den Bürgern an Lösungen für die Zukunft zu arbeiten. Unter anderem wird es auf dem Regionaltag am 1. Mai in Friedrichstadt die Möglichkeit geben, Elektroautos und -fahrräder zu testen. Das Ziel ist neben der Einbindung der Akteure klar: „Wir wollen den Menschen sinnvolle Alternativen zum Zweit- oder Drittwagen aufzeigen“, sagt Regionalplaner Yannek Drees.

vom 22. Januar 2016
Auszug aus der Redaktion der Husumer Nachrichten
von hn
erstellt am 22.Jan.2016 | 10:00 Uhr
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Vielfach fahren nur zweimal täglich Busse.
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