Der Hamburger Friedhof

Der Hamburger Friedhof in Kropp (direkt an der L40)

Der Erinnerungspark Hamburger Friedhof in Kropp ist ein Ort des stillen Gedenkens und der ehrenden Erinnerung. Im Jahr 2019 wurde die Gedenkstätte als „Kulturdenkmal von besonderem Wert aus geschichtlichen, wissenschaftlichen und die Kulturlandschaft prägenden Gründen“ anerkannt. Der liebevoll gepflegte und ruhige Park liegt direkt an der Landesstraße 40 und lädt ganzjährig zu einem besinnlichen Besuch – sei es mit dem Fahrrad oder dem PKW – ein.

Euthanasie in Kropp

Im Rahmen des nationalsozialistischen SS-Euthanasieprogramms wurden die Kropper Anstalten ab 1942 in das grausame System einbezogen. Nach der Räumung fast aller Stiftungshäuser und deren Beschlagnahmung durch die Hamburger Sozialverwaltung wurden viele kranke und behinderte Menschen aus Hamburg nach Kropp verlegt.

Die genaue Zahl der Betroffenen ist nicht bekannt, es wird jedoch von mehreren Tausend Menschen ausgegangen. Die Versorgungssituation vor Ort war katastrophal. In Hamburg entstand schnell das Wissen, dass eine Verlegung nach Kropp häufig mit dem Tod verbunden war.

An einzelnen Tagen starben bis zu fünf Bewohnerinnen und Bewohner. Bis Ende 1945 wurden 400 Menschen auf dem Dorffriedhof in Kropp bestattet. Da die Kapazitäten dort erschöpft waren, richtete man den sogenannten „Hamburger Friedhof“ ein.

Zwischen dem 15. November 1945 und dem 20. Dezember 1948 fanden hier 649 Frauen und Männer ihre letzte Ruhestätte.

Die Zeit danach

1973 stellte die Hamburger Verwaltung die Pflege des Friedhofs ein, woraufhin der Park verwilderte. Im Folgejahr wurde die Landesstraße 40 als Kropper Umgehungsstraße über den nördlichen Teil des ehemaligen Friedhofsgeländes gebaut. 1994 wurde das Erinnerungskreuz der Freien und Hansestadt Hamburg auf den Dorffriedhof verlegt.

1998, 50 Jahre nach der Schließung des Friedhofs, wurde am Parkeingang ein Gedenkstein zu Ehren der Verstorbenen errichtet.

Nach einer ehrenamtlichen Wiederherstellung ab 2010 übergaben die Landesforsten Schleswig-Holstein im Jahr 2019 die Pflege des Geländes dauerhaft an die Gemeinde Kropp. Im selben Jahr erkannte das Landesamt für Denkmalschutz in Kiel den Erinnerungspark als „Kulturdenkmal von besonderem Wert“ an, das sowohl geschichtliche als auch wissenschaftliche Bedeutung besitzt und die Kulturlandschaft prägt.

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